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55. Fragen und Antworten

Mal was ganz anderes: Unsere Tochter Zarah hat uns einige Fragen gestellt, die wir hier beantworten wollen - da wir davon ausgehen, dass sich auch andere dafür interessieren könnten. Wir nehmen dieses zum Anlass, um unsere Blogleser zu ermuntern, uns über die E-Mail-Adresse "post@pct2019.org" oder über das Kontaktformular auf dieser Webseite, ebenfalls Fragen zukommen zu lassen, die wir dann gesammelt immer wieder in Blogeinträgen veröffentlichen wollen.


Hier Zarahs Fragen:


1) Trefft ihr viele Paare, die das gemeinsam machen?


Die Hiker-Gemeinschaft ist total bunt, aus aller Welt; es gibt Solo-Hiker, Paare, Gruppen, Männer und Frauen, jung und alt. Hunde gibt es auch - mit Herrchen oder Frauchen natürlich ;-) Unglaublich, diese Vielfalt! 


2) Was ist der Altersdurchschnitt der Hiker?


Das Faszinierende ist, dass sich der Traum vom PCT durch wirklich alle Altersgruppen zieht. Wir haben sowohl ein 19-jähriges Mädchen als auch den 80-jährigen Mel aus Kolumbien kennengelernt, die den PCT wandern. Die größte Altersgruppe liegt wohl zwischen 25 und 35 Jahren.


3) Ist der PCT schon "touristisch"?


Sagen wir mal so: Die Zahl der Weitwanderer auf dem PCT hat seit 2010 enorm zugenommen (großen Einfluss hatte sicherlich das Erscheinen des Buches "Wild" und die nachfolgende Verfilmung mit Reese Witherspoon in der Hauptrolle). 2013 waren es 275, 2016 727. 2017 aufgrund der ungünstigen Witterung 491. Man begegnet täglich sicherlich einem Dutzend Hiker; mit der Zeit werden es wohl weniger werden. Touristisch aber nein, man ist unter sich. Es erklimmen im Jahr wahrscheinlich mehr Menschen den Mount Everest, als es Thruhiker auf dem PCT gibt.


4) Wie sieht es mit der Zweisamkeit, bzw. mit dem Sex auf dem Trail, bzw. im Zelt aus?


Wo die Natur intakt ist, funktioniert der Universalkreislauf ;-)


5) Redet ihr viel? Wenn ja, über welche Themen?


Wir reden eher weniger, oft wegen der Anstrengung. Themen sind natürlich: was essen wir wann, bzw. wann machen wir Pause, wie lange reicht unser Wasser, wo gibt es die nächste Wasserstelle ... Wir checken oft die gelaufene Distanz, Höhe und Uhrzeit. Insgesamt redet Sabine mehr. Ein schnelles österreichisches Pärchen erzählte uns auf diese Frage, dass sie sich durchaus auch ein bisschen ärgern und damit zum Gehen motivieren.


6) Glaubt ihr, ihr werdet euch sehr verändern in der Zeit? Charakterlich, psychisch und auch körperlich?


Der Trail wird uns sicherlich festigen in dem, was wir tun und tun wollen. Er wird uns stärker machen. Physisch ändert sich wohl nur was, wenn das 'Danach' von Nachhaltigkeit geprägt ist, wir uns also daheim mehr bewegen als vor dem Trail.


7) Glaubt ihr, dass ihr euch auf dem Trail trennen werdet - also getrennt weitergehen werdet?


Unser Ziel ist es, den Trail gemeinsam zu meistern. Aber Ziele können sich ändern, wie auch abseits des Trails. Haupt-Diskussionsthemen betreffen die Logistik, bzw. die Struktur des Tages. Wann laufen wir los und bis wann laufen wir? Sabine tendiert dazu eher, etwas später anfangen zu wollen, möchte dagegen abends länger laufen. Olli wäre ein früherer Start lieber, dafür hört er gerne früher auf. Beide Abläufe haben ihre Vor- und Nachteile. Hier suchen wir einen guten Kompromiss. Das ist unsere größte, tägliche Herausforderung. Aber wir werden immer besser, nähern uns langsam an und werden auch vom Tagespensum her langsam aufholen.


(Antwortergänzung Tage später)

Teilweise laufen wir inzwischen versetzt, das befriedigt uns im Moment mehr und entspricht auch unseren unterschiedlichen Stärken eher: Sabine ist am Berg schneller, Olli abwärts ...



Habt ihr weitere Fragen? Dann schreibt uns an post@pct2019.org oder benutzt das Kontaktformular auf dieser Webseite.

Wir freuen uns!


Mutter und Tochter in Kuba
Mutter und Tochter in Kuba