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49. 23. April, Tag 24

23. April, Tag 25, km 343
Heute sind wir erst spät weggekommen, da wir unbedingt die Erlebnisse der letzten Tage im Blog festhalten wollten. Medien brauchen auch hier ihre Zeit ...


Nach 6 km erreichten wir das riesige Tal, das die Seite des Jacinto-Gebirge von den wüstenähnlichen San Gorgonio Mountains trennt. Mittendrin verläuft die Interstate 10, welche der PCT unter der Autobahnbrücke passiert. Geprägt wird das Tal von "tausenden" Windrädern. Dort gab es, direkt am Fuße des Berges und nach 25 langen Kilometern, endlich wieder Wasser. Der Hinweis, das Wasser so zu behandeln, wie man es bisher auf dem Trail getan hätte, war etwas verwirrend, da man auf ganz unterschiedliche Wasserquellen trifft und mit dem Wasser eben ganz unterschiedlich umgeht (naja, und zudem eben je nach Empfindlichkeit).


Kurz danach, am Rande einer kleinen Siedlung, konnten wir uns auf einer kleinen Parkbank mit nettem Wegweiser etwas ausruhen (sh. Bilder).

Nach einigen schweißtreibenden Kilometern, bei 34 Grad und unserer ersten Begegnung mit einem Horny Toad (Krötenechse, sh. Bild), wartete an einer einsamen Landstrasse eine riesige Überraschung auf uns: Trailangel Vera in Pink stand mit ihrem Auto am Straßenrand und beschenkte die müden Hiker mit allerlei kalten Getränken, Obst und Süßigkeiten (sh. Bilder). Auch Arzneimittel und Verbandsmittel aller Art standen zur Verfügung. Vera war drei Mal verheiratet, ist gläubig und macht seit einem Jahr Trailmagics. Sie stand schon seit über 10 Stunden dort und in der Zeit waren an die 30 Thruhiker vorbeigekommen. Grossartig!


Gestärkt erreichten wir 6 km weiter die Unterführung der Interstate und dort bot Trailangel Mama Bear den Hikern Erfrischungen aller Art an! Ihr Mann war vor vier Jahren den PCT gewandert, musste dann aber entkräftet aufgeben. Mama Bear kam ihm dann mit Essen und Trinken entgegen. Nachdem ihr Mann vor einem Jahr gestorben ist, kommt sie regelmäßig zur Autobahnbrücke um Hiker zu versorgen und hilft sich damit selber aus der Trauer. Zwei Trailangel an einem Tag, dass hatten wir noch nie!  Ein nettes Beisammensein von Hikern in kühlem Schatten der Autobahnbrücke (sh. Bilder). Unglaublich, wie viel Support hier den Hikern entgegengebracht wird! Das ist ein ganz anderes Amerika als das Trompeten aus Washington.


Kurz vor Sonnenuntergang brachen wir gut gestärkt auf, um noch in der Kühle des Abends ein wenig weiterzukommen. Bei Dunkelheit trafen wir mal wieder auf einen Skorpion, der sich mitten auf dem Weg befand - kurz nachdem wir, auch wegen der fortgeschrittenen Uhrzeit, über Cowboycamping nachgedacht hatten. Wir haben unser Zelt dann doch lieber wieder aufgebaut. Link


Ziel war dann nach 7 km die Mesa Wind Farm, durch deren Gelände hier der PCT verläuft und wo es in der Nähe des Bürogeländes erlaubt ist zu campen. Die Firma unterstützt Hiker, die sich während der Bürozeiten sogar mit Kaffee, Eis, Riegel und Sonstigem stärken können. Zudem stehen deren sanitären Einrichtungen zur Verfügung. Darauf freuen wir uns dann morgen früh. Wir können so auch etwas Gas sparen, da wir bis Big Bear noch mind. 4 Tage brauchen werden und nicht mehr soviel haben. Jetzt liegen wir im Zelt, es ist kurz vor 23 Uhr. Empfang haben wir nicht, wir werden den Post später online stellen, da es im Bürogebäude bestimmt WLAN geben wird. Das Surren der Windräder wird uns in süßen Schlaf gleiten lassen ...

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