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74) 27. Mai: Zeroday Mojave

27. Mai, Tag 59, km 884

Distanz zu Kennedy Meadows, dem Tor zur Sierra:

231 km


Haben es am Vormittag ruhig angehen lassen. Olli legte die Wäsche zusammen und, ein Handschuh von Olli fehlte (oh boy, SP hatte die Sachen am Vorabend von der Maschine in den Trockner getan und uns alles fertig in Tüten gebracht). Beim Frühstück mit Cornpops, guter Milch, plenty of good Coffee und selbst mitgebrachten griechischen Colbani Joghurts  vorne beim kleinen Empfang versprach uns SP, im Waschraum auf die Suche zu gehen. Wir schrieben Blog und widmeten uns der Kommunikation, nichts zog uns trotz Sonnenschein raus, da es sehr windig war. Kaum  wieder im Zimmer kam SP mit dem Handschuh an, hurra! Er machte uns auf den kleinen Flughafen und drei ausgestellte Flugzeuge aufmerksam. Kurz bevor wir - inzwischen war es früher Nachmittag - was Essen gehen wollten, dann die Überraschung: Felix, ein Hiker aus Holland, den wir in Hikertown kennengelernt hatten, rief an und erzählte, dass er in der PCT-Facebookgruppe (ja, die gibt es tatsächlich) gelesen hatte, dass die Trekkingpoles in der deutschen Backery abgegebenen wurden. Coleen, die Eigentümerin, hatte geschrieben, dass die Poles wieder da seien. Offensichtlich hatte eine Mutter fälschlicherweise angenommen, die Trekkingpoles wären frei zum mitnehmen - wohl auch deshalb, da an dieser Stelle bis vor kurzem eine Hikerbox stand. Ihre Tochter hatte die Einträge zum Verlust in der Facebookgruppe gelesen. Grossartig! Jetzt war nur noch die Frage, wann und wie wir wieder nach Tehachapi kommen würden. Mussten ja am nächsten morgen zum Postoffice von Mojave (die hatte heute am Memorial Day ja geschlossen), um die Ersatzteile für Ollis Trekkingpoles sowie die Ersatzkamera abzuholen. Der Plan war, danach mit den Bus nach Tehachapi zu fahren.


Kurz bevor wir erneut weg wollten, brachte uns das Verwalterehepaar indische Leckereien vorbei. Haben nach dieser Kaffee"Pause" dann endlich einen langen Spaziergang durch Mojave gemacht. Mojave hat einen kleinen Flughafen. Am Rande desselben konnte man drei ausrangierte Flugzeugen aus direkter Nähe besichtigen. Eines spielte beim Bremsentest in der Raumfahrt (Spaceshuttle) eine Rolle, das Fantom 4-II war in Vietnam und auf dem Super Sonic lernten Jungpiloten.


Abends sind wir bei heftigstem Wind zum Restaurant Primo Burgers gelaufen (30 Min.) und haben gegessen. Danach quasi eine Tür weiter, wo sich ein Thai-Restaurant, befand, welches uns im Family- Dollar-Laden empfohlen worden war, gleich nochmal gegessen. Das Essen war aber wirklich spitzenmäßig und dabei noch recht günstig. Hatten danach keine Lust im Sturm zurückzulaufen und orderten einen Uber. Viktor, der Fahrer, stammte aus Russland und lebte seit zwei Jahren in den USA. Ihm und seiner Frau waren Greencards zugelost worden. Sein Englisch war kaum zu verstehen.


Gegen 23 Uhr lagen wir im Bett. Plötzlich polterte jemand grob an die Tür. "Ja, bitte?" Nichts passierte. Etwa eine Stunde später dasselbe ... Merkwürdig! Poltergeist ließ grüßen.