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37. Paradise Valley Cafe

Tag 16, km 250


Obwohl wir heute morgen planmäßig On Trail waren, hatten wir die ersten 7 km recht Mühe, zügig zu laufen. Das lag wohl an der anstrengenden Tour vom Tag zuvor. Daher nahm sich Sabine 20 Min. Auszeit bei "Marys Oase" (Mary ist Trailangel), die Hikern eine Sitzgarnitur unter Sonnensegel, einen Wassertank, ein Freiluftklo und eine Freiluftdusche zur Verfügung stellt. Dort befindet sich auch eine kleine Freiluftbibliothek. Ein kleiner Schrank mit drei Regalen aus dem man z.B. Walter Whitmans berühmtes Gedicht "Brooklyn Ferry" mitnehmen konnte. Marys Grundstück, auf dem sich auch noch drei Holzfiguren von amerikanischen Dichtern und Entdeckern, einer davon Walter Whitman, befindet, grenzt an den PCT und daher widmet sie "ihren" Abschnitt vom Trail jedes Jahr einem Thema/Person: dieses Jahr Walter Whitman, anlässlich seines 200. Geburtsjahres.


Wir haben uns dann beeilen müssen, um noch rechtzeitig zum Paradise Valley Cafe zu kommen - was uns aber gelungen ist. Einige uns bekannte Hiker waren schon in den Genuss der Super-Burger gekommen. Wir saßen mit Mike-Downhill am Tisch und aßen einen "Mother Lod"- und einen "The Chava"-Burger. Man hatte uns nicht zuviel versprochen: einfach delicious!


Unglaublich aber wahr: auf der Speisekarte stand ein Burger, der "Mercedes, AMG" hieß (s. Bild)! Laut Jenny, der Bedienung, seien Fahrer dieser Edelkarossen öfters vorbeigekommen und dabei sei der Burger kreiert worden.


In der Hikersbox (eine Box, in die Hiker nicht mehr benötigte Dinge wie Kleidung und Nahrungsmittel ablegen können) im Cafe fand Sabine ein paar fast neue Trailrunner von Saucony, die auch noch passten. Das witzige ist, dass sie auf dem Weg zum Paradise Valley Cafe just den Wunsch geäußert hatte, baldmöglichst neue Schuhe kaufen zu wollen, weil ihre Lowa mangels Federung ab 20 km zu Fußschmerzen führen. Welch ein Glück!


Mike war uns dann in der unendlichen Geschichte um unser neues Zelt wieder behilflich. Die Firma Z-Packs hatte zwar geschrieben, dass sie die neue Versandadresse "Idyllwild" an Fedex durchgegeben, sie dafür aber noch keine Bestätigung erhalten hatte. Leider würde die Tracking-Nummer aber noch Warner Springs angeben. Wir sollten doch das Postamt in Warner Springs anrufen und sie bitten, das Paket, falls es dort landen sollte, weiter zu schicken. Mike hat dann aber direkt mit Fedex telefonieren können und es wurde ihm bestätigt, dass das Paket nach Idyllwild geschickt wird. Hurra, in einigen Tagen haben wir unser Duplex!


Ach ja, wir haben festgestellt, dass der Trailname "Sunshine" schon mehrfach vergeben ist. Mike hat dann Sabine kurzerhand auf "Magic Sunshine" getauft.


Nach dem Essen haben wir den Trail noch ca. 9 km fortgesetzt. Nun geht es in die Berge von Jacinto, insgesamt 42 km bis Idyllwild. Es wurde im Cafe viel über die Sicherheit der verschneiten Strecke diskutiert. Es gibt Abschnitte, die nach einem Brand im letzten Jahr jetzt erst wieder für den PCT freigegeben sind. Diese Abschnitte haben keinen gesunden "Unterboden" mehr und sind mit Schnee und Eis, das jetzt langsam schmilzt, bedeckt. Das macht daraus wohl eine ziemlich schlammige Angelegenheit. Es gab wohl in den letzten Tagen einige Rettungseinsätze. Naja, schauen wir mal. Bislang sind alle weitergegangen.