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53. Zeroday in Big Bear

28. April, Tag 29

Hatten einen sehr entspannten Tag hier in Big Bear: Tolles und umfangreiches Frühstück im Grizzly Manor Cafe (u.a. Pancakes zum Abwinken) mit Hiker-Rabatt! - treffen hier auch Rampage, Nama und andere Hiker wieder -, einige Stunden am Big Bear Lake verbracht und nachmittags gab's "Kaffee und Kuchen" in The Copper Q. Zwischendurch im Visitor Center einige Informationen eingeholt und uns mit den beiden Mitarbeiterinnen über den PCT und unseren Film unterhalten. Mitarbeiterin Robin hat in Los Angeles in der Filmbranche gearbeitet. Sie war vor allem Writer, hat aber auch produziert. Heute schreibt sie Lyrics ("once a writer, always a writer"), auch für Songs, und da vor allem für Countrymusik ... Wir stecken noch zwei Nadeln in die Hiker-Landkarte, ungefähr bei Stuttgart ...

Als wir zur Lodge zurück kommen, steht ne Box vor unserer Tür von Virginia und David, die uns gestern beim Check In in Empfang genommen haben (ein skuriles Paar à la Rocky Horror Picture Show - dies ist ein Kompliment - und unglaublich liebenswert). Lauter Sachen drin, die wir gebrauchen können wie Extra- Kaffee, Toilettenpapier, Handtücher, sogar Zahnbürsten ...

Wir merken, unsere Energie ist ziemlich low, gerne würden wir einen weiteren Tag in Big Bear dranhängen, so wie Mike es macht - er möchte seinen Trail nicht mehr wie einen "job" erledigen und nur noch "fun" haben, egal wie weit er kommt!

Bei uns soll es eigentlich morgen wieder auf den Trail gehen, voraussichtlich nachmittags. Vorher müssen wir zur Post und unsere bestellten Backup-Festplatten abholen, dann das Filmmaterial irgendwo überspielen (wir brauchen einen Computer dazu), Wäsche waschen und einkaufen. Die nächste Resupply-Station ist Cajon und liegt 144 km entfernt. Da es insgesamt bergab geht, rechnen wir mit einem Schnitt von 25 km/Tag - wir wären also voraussichtlich 6-7 Tage unterwegs und brauchen eine entsprechende Menge an Lebensmitteln. Angesichts der vollen To-Do-Liste bis nachmittags ist ein weiterer Zeroday verlockend, allerdings haben wir den Eindruck, dass die Körper wieder völlig aus dem neuen Rhythmus kommen. Und, heute waren wir bei wolkig-sonnigem Himmel uneingecremt zu lange draußen, das wäre uns auf dem Hike nicht passiert. Wir beschließen, es offen zu lassen. Den Abend verbringen wir mit einer Flasche Sekt, leckeren Orangen und Resten von Pancake im Bett, das übrigens super ist, wie die Dusche auch. Da das TV-Gerät wie am Vortag nur den Werbesender QVC ausspuckt, kommt Managerin Rachel vorbei. Bis dahin nervte der Sender mit dem Anpreisen eines unkaputtbaren Metallkoffers in Goldoptik mit wasserdichten Folien für alle überlebensnotwendigen Dokumente für alle möglichen Lebensnotfälle. Wir haben keinen solchen Koffer trotz Trail und Hikens 😁. Rachel schraubt am TV herum, holt ne andere Fernbedienung, kann aber nichts ausrichten. Wir könnten das Zimmer wechseln, was angesichts der vielen ausgepackten Einzelteile nicht sehr verlockend ist. In der Wäsche- und Computerfrage kommt sie uns dafür sehr entgegen: Wir dürfen morgen in der im "Village" liegenden Hauptlodge "Honey Bear" ausnahmsweise waschen und unser Material am Computer überspielen. 😀

Olli sitzt inzwischen mit Stirnlampe im Bett und liest (seine Nachttischlampe geht nicht), kleine Ameise krabbeln im Küchenbereich herum. Warum auch sollte es in einem Zimmer anders sein als draußen, wir müssen ja wenigstens diesbezüglich im Training bleiben 😄.


Wir